Bilanzierung: Teilwertaufholung für Anteile an Kapitalgesellschaften

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In den Jahren 2001 bis 2004 gab es im Körperschaftsteuerrecht einige bedeutende Änderungen. Grund hierfür war die Einführung der Steuerfreiheit von Dividenden und Veräußerungsgewinnen unter Kapitalgesellschaften. Ab 2001 waren Dividenden und Veräußerungsgewinne zunächst bei allen Körperschaften steuerfrei. Zum Veranlagungsjahr 2004 installierte der Gesetzgeber jedoch für Unternehmen der Kranken- und Lebensversicherungen eine Ausnahme von der Steuerfreiheit.

Danach sind Dividenden und Veräußerungsgewinne, die ein solches Unternehmen aus anderen Anteilen an Kapitalgesellschaften erwirtschaftet, voll körperschaftsteuerpflichtig. Dies gilt auch und vor allem für Pensionskassen.

Eine Pensionskasse im Zuständigkeitsbereich des Finanzgerichts Münster nahm auf Anteile an Investmentfonds in den Jahren 2002 bis 2004 Teilwertabschreibungen vor. Aufgrund der Gesetzesänderung wirkten sich die Teilwertabschreibungen nur im Jahr 2004 steuermindernd aus.

Als sich der Wert der Fonds im Jahr 2005 wieder erholte, stellte sich die Frage, ob zunächst

  • die Teilwertabschreibungen aus 2002 und 2003 rückabzuwickeln waren, mit der Folge, dass die Wertzuschreibungen steuerfrei waren, oder
  • die Teilwertabschreibungen aus 2004 rückabzuwickeln waren, mit der Folge, dass die Wertzuschreibungen steuerpflichtig waren.

Natürlich begehrte die Klägerin die erste Variante und die Betriebsprüfung die zweite. Die Richter schlossen sich der Meinung der Betriebsprüfung an und stellten die Teilwertzuschreibungen – soweit sie das Jahr 2004 rückabwickelten – vorne an und betrachteten sie als steuerpflichtig.

Dieses Verfahren nennt man auch LiFo – last in first out. Die Richter hielten es für folgerichtig, Teilwertzuschreibungen immer zunächst innerhalb des jüngsten Systems rückabzuwickeln. Erst dann dürfen steuerfreie Teilwertzuschreibungen vorgenommen werden.

Hinweis: Diese Unterscheidung zwischen steuerfreien und steuerpflichtigen Zuschreibungen ist allerdings pro Beteiligung vorzunehmen und darf nicht über alle Beteiligungen und Fonds hinweg einheitlich vorgenommen werden; das heißt, es ist für jede Beteiligung zu prüfen, wann die letzte Abschreibung erfolgt ist und ob diese steuerwirksam oder nicht steuerwirksam gewesen ist.

 

 

 

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zum Thema: Körperschaftsteuer

(aus: Ausgabe 07/2017)

Eigene Anteile: Zur Behandlung von Anschaffungsnebenkosten

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Der Erwerb eigener Anteile durch Kapitalgesellschaften kommt in der Praxis, zum Beispiel an der Börse, relativ oft vor. In der Regel handelt es sich um eine Maßnahme der Kurspflege oder um Maßnahmen zur Bündelung von Gesellschafterinteressen.

Die bilanzrechtliche Behandlung solcher eigenen Anteile hat sich durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) – also ab dem Wirtschaftsjahr 2010 – grundsätzlich gewandelt. Vor Geltung des BilMoG wurden gekaufte eigene Anteile als „ganz normale“ immaterielle Wirtschaftsgüter auf der Aktivseite gebucht. Die Aktivierung erfolgte wie bei allen anderen Wirtschaftsgütern auch mit den Anschaffungskosten zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten. Seit dem BilMoG müssen eigene Anteile in einer Vorspalte des Eigenkapitals offen vom Stamm- oder Grundkapital abgesetzt werden, so dass es sich nicht mehr um Wirtschaftsgüter handelt, sondern das Stamm- oder Grundkapital herabgesetzt wird.

Diese bilanztechnische Herabsetzung darf aber natürlich nur mit dem Nennwert der Anteile erfolgen. Die Anschaffungsnebenkosten zum Beispiel sind laufender Aufwand. In einem Verfahren vor dem Finanzgericht Münster ging es um die Frage, was passiert, wenn bereits vor der Geltung des BilMoG eigene Anteile (inkl. Anschaffungsnebenkosten) gekauft worden sind und dann eine Umstellung auf die neue Rechtslage vorzunehmen ist.

Die klagende AG buchte die Anschaffungsnebenkosten in den laufenden Aufwand um, wogegen sich das Finanzamt wehrte. Die Richter allerdings gaben der Aktiengesellschaft recht und ließen eine Aufwandsbuchung zu.

Hinweis: Da diese Rechtsfrage bislang noch nicht höchstrichterlich geklärt ist, ließen die Richter die Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) zu. Es bleibt abzuwarten, ob der BFH die Meinung der Finanzverwaltung oder diejenige der klagenden AG teilen wird.

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zum Thema: Körperschaftsteuer

(aus: Ausgabe 07/2017)

Steuererklärung: Grundlegende Überarbeitung der Körperschaftsteuerformulare für 2016

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Dafür sind „die Deutschen“ in der Welt bekannt: für ihre Bürokratie. Dabei sind die hiesigen Steuerformulare sicherlich als „Bürokratie at its best“ zu bestaunen. Hinzu kommt aber noch, dass die Formulare nicht bleiben, wie sie sind, sondern jedes Jahr überarbeitet werden. Dies gilt nicht nur für die Einkommensteuer, sondern für alle Steuerarten.

Allein dies macht die Erstellung einer Steuererklärung nicht einfach. War das Feld für eine Eintragung im Vorjahr bekannt, kann es nun an völlig anderer Stelle auftauchen. Es kommen neue Felder hinzu, andere verschwinden. Zudem gibt es neue Anlagen, andere wiederum entfallen.

Für einen Geschäftsführer, der pflichtgemäß die Eintragungen des Steuerberaters in den Formularen nachzuvollziehen wünscht, wird die Körperschaftsteuererklärung 2016 eine besondere Herausforderung darstellen, denn die Deklarationsformulare unterlagen einer so grundlegenden Renovierung wie schon seit Jahren nicht mehr.

So entfällt zum Beispiel die separate Feststellungserklärung zum Eigenkapital, dafür gibt es nun die neue Anlage KSt 1 F. Weiterhin ist hervorzuheben, dass die Anlage A (steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben) wegfällt und deren Angaben in den Hauptvordruck überführt worden sind. Neu sind die Anlage Verluste und die Anlage Zinsschranke, die – wie der jeweilige Name schon verrät – die Berechnung der vortragsfähigen Verluste bzw. der Zinsschranke beherbergen.

Erfreulich ist, dass es nun auch Freitextfelder gibt. Diese sind erforderlich, um dem Finanzamt auch bei rein elektronischer Übermittlung der Steuererklärung individuelle Hinweise oder sachdienliche Erläuterungen zukommen zu lassen.

Hinweis: Aufgrund der verspäteten Auslieferung des Elster-Plug-ins durch das Bayerische Landesamt für Steuern an die Softwarehersteller kann die Elster-Übertragung für die KSt-Formulare voraussichtlich erst ab Mitte Mai 2017 erfolgen.

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zum Thema: Körperschaftsteuer

(aus: Ausgabe 07/2017)